Frauenstammtisch aus dem Landkreis Roth trifft sich seit 21 Jahren

Ich möchte die Schlummert

Seite 2 — Seite 2 Joseph Rothder aus Galizien stammende Autor des Radetzkymarsches und der Kapuzinergruft, wird gemeinhin mit Wien oder mit Paris in Verbindung gebracht, wo er im Exil lebte. Dabei hat sich ein wesentlicher Teil von Roths Literatenlaufbahn in den zwanziger Jahren in dem von ihm wenig geliebten Berlin abgespielt, just als es sich anschickte, eine Weltstadt zu werden. Joseph Roth ist einer der genauesten Beobachter Berlins gewesen, ein begnadeter Spaziergänger und Physiognomiker der Stadt, dazu ein Sprachartist von Rang. Seine Feuilletons sind Glanzstücke der kleinen Form, die dem Anspruch auf Dauer oft genug gerecht werden. In dem Herausgeber Michael Bienert, seines Zeichens Stadtführer und Publizist in Berlinhat Roth einen Geistesverwandten gefunden, einen klugen Beobachter des vereinigten Spree-Athens, das sich jetzt wieder als Hauptstadt aufplustert und dadurch den Erkundungen Roths überraschende Aktualität verleiht. Der Band Joseph Roth in Berlin. Ein Lesebuch für Spaziergänger Hrsg.

Literatur­klassiker

Joseph Roth Joseph Roth Leben Herkunft Roth wurde im galizischen Schtetl Brody geboren, das damals zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte. Brody war Grenzstadt zum russischen Wolhynien. Roths Vater Nachum Roth stammte aus orthodox- chassidischem Umfeld. Bei der Heirat war er Getreidehändler im Auftrag einer Hamburger Firma. Als von ihm all the rage Kattowitz eingelagerte Ware veruntreut wurde, musste er zur Regelung der Angelegenheit nach Hamburg reisen. Auf der Rückreise wurde er durch sein Verhalten im Zug auffällig. Dieser beschrieb den Vater als sehr schön, unaufhörlich lachend und völlig unzurechnungsfähig. Roth behauptete auch, in Szwaby Schwaby , einem kleinen Dorf all the rage der Nähe von Brody, geboren worden zu sein, dessen Einwohner mehrheitlich deutschstämmig waren, im Gegensatz zur jüdischen Bevölkerungsmehrheit in Brody.

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Podcast Er war ein sehr netter, einfacher, stoischer Mensch. Kein leichtsinniger, kein leidenschaftlicher Mensch. Nur ein lieber Kerl, dessen Schicksal es war, sich von ein paar Verrückten in die Pfanne hauen zu lassen. In einer Hinsicht konnte man ihn für völlig banal und alltäglich halten. Abwesenheit negativer Werte, sonst war da nichts. Erzogen zum Stummsein, geschaffen für das Alltägliche, und accordingly weiter. Das gewöhnliche anständige Leben, das jeder führen will, und das war's.

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